Herausforderungen Budgeterstellung

Ich will nochmal versuchen darzustellen in welchem Spannungsfeld wir uns bei der Budgeterstellung bewegen:

  • Finanzielle Sicherstellung der gewohnten Gemeindeaufgaben – Beibehaltung Status Quo
  • Hoher Schuldenstand inklusive stetig steigender Kreditzinsen bei den variablen Krediten (was zum Glück nur einen kleinen Teil betrifft)
  • Investitionsrückstau bei Kanal, Fahrzeugflotte Wirtschaftshof und Feuerwehr
  • Investitionen im Bereich Klimaschutz
  • Teuerungen im Bereich Energie. Mehrkosten alleine beim Strom zumindest
    € 1 Mio im Jahr 2023
  • Sonstige Teuerungen in allen Bereichen aufgrund der Inflation (Lebensmittel, Instandhaltungskosten, etc.)
  • Höhere Personalkosten aufgrund der erwartbaren höheren Gehälter aufgrund der Inflation
  • Mehrkosten aufgrund der Ausweitung der Kinderbetreuung in NÖ (nähere Infos dazu fehlen noch)

Wenn man das noch ein wenig komprimieren will:

  • Gleichbleibende Einnahmen – im besten Fall
  • Höhere Ausgaben
  • Investitionsrückstau aufgrund überalterter Infrastruktur und Geräte

Investitionen Klimaschutz

So leid es mir persönlich auch tut, aber Investitionen in den Klimaschutz, fallen auf Gemeindeebene nicht unter die unbedingt notwendigen Investitionen. Im Sinne von Gefahr in Verzug und wenn wir nicht ordnungsgemäß liefern, kann die Gemeinde verklagt werden. Natürlich sind sie nicht weniger wichtig, für uns alle nämlich, dass sie so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Ein paar Ausnahmen gibt es beim Budget 2023.

Radweg: Nämlich den Radwegschluss, zwischen Kreisverkehr Ferrari und Kreisverkehr Penny auf der Laxenburgerstraße. Nach derzeitigem Stand müssen wir ihn machen um die Landesförderung nicht zu verlieren. Sollte das Land hier keine Fristerstreckung zulassen, müssen wir ihn 2023 umsetzen.

Und ein anderer Radweg, der Jahr für Jahr im Budget steht ist der auf der Triester Straße. Hier sind wir vom Land NÖ abhängig. Wenn dort die Straße gemacht wird, müssen wir den Radweg machen. Daher wird er immer budgetiert und wurde bisher nicht umgesetzt.

Eine Sache die ich persönlich gerne vorantreiben würde, ist die LED-Umstellung. Vor allem deshalb, weil wir uns dadurch wieder Stromkosten sparen, was wiederum das laufende Budget entlastet. Man könnte also sagen, dass die LED-Umstellung für den Finanzhaushalt prioritär ist und daher auch unbedingt im VA2023 aufzunehmen wäre.

Ein relativ kleiner Budgetansatz sind neue e-Tankstellen. Die Adaptierung der bestehenden läuft bereits und daher müssen die Kosten, so sie nicht noch heuer bezahlt werden, im VA2023 aufgenommen werden. Neue können wir dann aber erst beim NVA2023 berücksichtigen. Was uns aber nicht unbedingt viel hilft, dafür ist der Betrag zu gering.

Und dann haben wir noch zwei sehr große und auch sehr wichtige Punkte.

PV-Anlagen: Der Umweltausschuss hat erhoben auf welchen gemeindeeigenen Gebäuden, welche Art von PV-Anlagen grundsätzlich möglich wäre. Eine gute Sache. Leider fehlt noch die Bewertung des Allgemeinzustandes der jeweiligen Gebäude, was mich direkt zum nächsten Punkt führt.

Thermische Sanierung der Gemeindegebäude: Ich möchte mir den Exkurs zum Thema Denkmalschutz und Kosten an dieser Stelle ersparen. Es gibt ja auch noch genug andere Gebäude neben unserem Schloss, die wir thermisch sanieren könnten und auf denen wir eine PV-Anlage installieren könnten. Wobei bei dem einen oder anderen Gebäude wahrscheinlich nicht nur eine thermische Sanierung notwendig sein wird. Meiner Meinung nach, sollten wir das alles auf jeden Fall zusammen beurteilen, berechnen lassen und das Thema sukzessive angehen.

Ich möchte einfach vermeiden, dass wir eine PV-Anlage auf einem Dach installieren und danach kommen wir drauf, das Dach ist undicht oder ähnliches. Natürlich ist beides ausgesprochen wichtig. Sanierte Gebäude verbrauchen viel weniger Energie, was uns wiederum Kosten spart. Und selbst erzeugter Strom macht dasselbe. Ich bin also grundsätzlich sehr dafür. Allein die Vorstellung der Kosten die da auf unser Gemeindebudget in den nächsten Jahren zukommt, raubt mir manchmal ein wenig den Atem.

Und das waren jetzt nur mal die großen Projekte die auf meiner finanziellen
To Do-Liste stehen.

250 Top Gemeinden Österreichs

Jedes Jahr ermittelt der KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung) die Gemeinden mit der höchsten Bonität Österreichs. Trotz hoher Kommunalsteuereinnahmen aufgrund der SCS findet man Vösendorf in dieser Auflistung nicht. Was aber nicht weiter verwundert wenn man sich ansieht welche Kennzahlen für die Ermittlung herangezogen werden.

Um unter den Top 250 Gemeinden landen zu können, brauchte es 2021 eine Bonitätswert von zumindest 1,89. Vösendorf hatte 2021 einen Wert 3,31! In die Top 250 ist es also noch ein weiter Weg. Wer sich im Detail dafür interessiert, hier kann man sich die letzten 11 Jahre inklusive Entwicklung anschauen -man kann sich auch die Kennzahlen im Detail anschauen. Den schlechtesten Wert hatte Vösendorf 2009 mit 4,5.

Ganz schlecht schneiden wir bei „Quote freie Finanzspritze (FSQ)“ ab. Anmerkung KDZ: Die FSQ zeigt daher, wie hoch der finanzielle Spielraum für neue Projekte und Investitionen inkl. allfälliger Folgelasten nach Berücksichtigung der bestehenden Tilgungsverpflichtungen ist. Eine FSQ, die höher ist als 15 Prozent, ist ein sehr gutes Ergebnis. Eine FSQ unter 0 ist als negativ zu bewerten.

Tja, somit wird mein Eindruck, dass wir uns ganz wenig finanziell bewegen können aufgrund des hohen Schuldendienst eindrucksvoll vom KDZ bestätigt. Bei einem Wert von 1,38 bewegen wir uns wirklich nicht viel.

Natürlich wäre ein Platz unter den Top 250 Gemeinden schön. Ist aber in den nächsten Jahr(zehnt)en eher unwahrscheinlich. Wir können ja nicht einfach alle Investitionen in den Straßenerhalt, Anlagengüter, Gebäude, Klimaschutz etc. einfach auf Eis legen um den Wert zu verbessern. Hätten wir allerdings eine bessere Bonität, könnte die Gemeinde noch sehr viel mehr für die Gemeindebürger umsetzen.

Meine Realität sieht aber eben anders aus. Und in Zeiten steigender Zinsen für unsere Darlehen, erwarte ich mir nächstes Jahr auch nicht unbedingt ein besseres Ergebnis. Vor allem nicht im Bereich FSQ. Nichts desto trotz werde ich weiter daran arbeiten unsere Lage zu verbessern.

Festwochenende 10. bis 12. Juni 2022

Wenn in der Pandemie etwas zu kurz gekommen ist, dann ist es das zusammenkommen von Menschen!

Kommendes Wochenende wollen wir ein wenig was davon nachholen! Falls mich jemand am nächstes Wochenende sucht – ihr findet mich im Schlosspark Vösendorf.

Freitag 10. Juni 2022: Eröffnung 18 Uhr mit Bieranstich!

Ich komme übrigens nicht mit dem Rad, sondern zu Fuß. Öffis wären auch noch eine gute Möglichkeit. Das Auto sollte man allerdings wirklich stehen lassen!

Der Samstag beginnt dann sportlich! Ich werde mit dem Bühnenprogramm beginnen. 😉

Es gibt auch Informationen zum Thema Klimaschutz und einen großen Kinderbereich am Samstag:

Am Sonntag folgt dann das Grande Finale mit dem Dirndlgaudi Sonntag!

Sollten noch Fragen offen sein, kann man hier noch im Detail nachlesen.

Ich hoffe wir sehen uns am Wochenende in Vösendorf!

Faktencheck Klimawandel

Am Donnerstag war ich bei einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde mit Marcus Wadsak. Der ORF Meterologe den sogar ich kenne, obwohl ich kaum fernschaue.

Ich versuche normalerweise so viele Termine im Ort, wie möglich wahrzunehmen. Alle schaffe ich zwar nicht, aber zu diesem Thema wollte ich mich schon länger näher informieren.

Ich bin in der Thematik Klimawandel/Klimakrise ja ein Laie, wie viele anderen Österreicher auch. Ich kenne nur die von Medien transportierten Fakten, die sich manchmal sogar zu widersprechen scheinen. Weil die Dinge einfach auch nicht immer richtig verstanden werden, wie ich mittlerweile gelernt habe.

Alle vermeintlichen Widersprüche habe ich am Donnerstag verstanden. Und auch wenn er keinen Alarmismus verbreitet hat, so gaben mir seine Fakten schon zu denken.

Die für mich wichtigste Folie – als GGR Finanzen von Vösendorf:

Klimaschutz kostet viel Geld, kein Klimaschutz kostet sehr viel mehr Geld!

So gesehen, bin ich sehr froh, dass wir hier budgetär schon seit vorigem Jahr auf einem guten Weg sind.

Und persönlich bin ich sehr froh, dass ich seit meinem Umzug und meiner neuen Dienststelle, meinen persönlichen CO2 Fußabdruck enorm reduzieren konnte, durch eine extrem kurze Pendelstrecke und Umstieg auf die Öffis. Aber ich habe am Donnerstag auch gelernt, für die nachfolgenden Generationen werden diese Bemühungen zu wenig sein!

Ich will jetzt hier aber auch nicht näher ins Detail gehen. Sollte es euch interessieren, Marcus Wadsak hat zwei Bücher geschrieben. Ich habe sie zwar noch nicht gelesen, sollten sie aber nur halb so erhellend sein wie sein Vortrag, dann zahlt sich der Kauf auf jeden Fall aus! 

https://www.thalia.at/autor/marcus+wadsak-8150253/

Vielen lieben Dank an unseren Umweltgemeinderat Peter Köck, der seinen Meterologen-Kollegen nach Vösendorf geladen hat und vielen Dank an die Gemeinde, insbesondere die Umweltabteilung, fürs organisieren der Veranstaltung!