Zusammenfassung 1. Nachtragsvoranschlag 2023

Bei der Gemeinderatssitzung wird wie gesagt eine Zusammenfassung der 333 Seiten präsentiert.

Auf 3 Seiten werden die wichtigsten Zahlen dem Gemeinderat und auch den Zusehern präsentiert.

Leider überwiegt darin wieder das Wort „minus“. Richtig gut, wirkt die Zusammenfassung auf den ersten Blick nicht. Aber wenn man genauer hinsieht, ist es gar nicht so schlecht.

Beim laufenden Budget wird nicht viel Geld für Investitionen übrig bleiben – nach derzeitigem Stand. Nur rund € 700.000,– werden ausgewiesen. Ehrlich gesagt ist das gar nicht so schlecht. Investitionen haben wir für heuer knapp 6 Mio Euro geplant. Wenn wir davon € 700.000,– aus dem laufenden Budget abdecken können, bleiben „nur“ mehr € 5,3 Mio die wir finanzieren müssen.

Da ich nach wie vor bestrebt bin, den Schuldenstand weiter zu reduzieren, hat die Buchhaltung jeden Cent zusammengesucht, den sie irgendwo gefunden hat um so wenig Darlehen wie möglich aufnehmen zu müssen. Hilfreich dabei, war natürlich auch das KIG2023. Wieder € 767.838,– wofür wir keine neuen Darlehen brauchen. Und da wir die letzten zwei Jahre zweckgebunden Rücklagen im Bereich Abwasser/Kanal gebildet haben, können wir eines unserer Großprojekte im Kanalbereich von vorhandenen Rücklagen bedecken.

In den 6 Mio sind auch Anschaffungen enthalten, die wir heuer zwar starten, aber heuer nicht mehr bezahlen müssen, aufgrund langer Lieferzeit. Unterm Strich haben wir nun für 2023 eine Darlehensaufnahme von knapp 1,1 Mio Euro geplant. Was bedeuten würde, dass sich auch heuer der Schuldenstand weiter reduzieren würde. Andererseits wissen wir heute noch nicht, welche unerwarteten Ausgaben uns noch erwarten im Laufe des Jahres.

Mich hat letztens jemand gefragt was ich bezüglich des Schuldenstandes langfristig geplant habe. Und meine klare Antwort war, weiter reduzieren. Vor allem aufgrund der steigenden Zinsen. Ich wurde dann auch nach einem Prozentsatz gefragt. Wieviel ich jährlich genau reduzieren will. Diese Frage hat sich mir ehrlich gesagt in den letzten drei Krisenjahren nicht gestellt. Wir mussten alles tun um die laufenden Kosten zu decken und haben versucht trotzdem Investitionen zu tätigen, bei gleichzeitiger Reduktion der vorhandenen Darlehen. Und eines habe ich auch gelernt – einen Kanaleinbruch kann man nicht vorhersehen.

1. Nachtragsvoranschlag 2023

Der 1. Nachtragsvoranschlag 2023 ist fertig und wurde im Gemeindevorstand mehrheitlich beschlossen. Im nächsten Gemeinderat am 10. Mai wird er dann öffentlich präsentiert. Besser gesagt eine Zusammenfassung. Denn der Nachtragsvoranschlag umfasst 333 Seiten und besteht aus vielen Teilen.

Der Vorbericht soll grafisch die wichtigsten Zahlen darstellen und auf Seite 21 beginnt dann das eigentliche Zahlenwerk. Die Besonderheit beim Nachtrag ist, dass es eine Spalte Voranschlag 2023, eine Spalte Nachtragsvoranschlag 2023 und eine Veränderungsspalte gibt. Er beginnt mit dem Ergebnishaushalt und dem Finanzierungshaushalt Ebene 1 und 2. Hier werden nur die Überschriften dargestellt.

Ab Seite 31 werden dann die einzelnen Bereiche der Gemeinde dargestellt. Auch wieder zuerst der Ergebnishaushalt und im Anschluss der Finanzierungshaushalt. Dann folgen Personaldaten und ein Querschnitt. Wenn ich etwas suche, tue ich das in der Aufstellung „Ergebnis- und Finanzierungshaushalt Detailnachweis“ ab Seite 103. Hier finde ich persönlich auf 125 Seiten fast alles was ich normalerweise brauche.

Ab Seite 229 werden dann die „geplanten Investitionen“ dargestellt, also die geplanten Projekte für das jeweilige Jahr, aber auch für die Folgejahre. Hier werden auch die benötigten Darlehen für die einzelnen Projekte dargestellt. Ab Seite 266 folgt dann die „Darstellung der Transferzahlung“. Sowohl jene die wir erhalten, als auch jene die wir zu leisten haben.

Es folgen die „Haushaltsrücklagen und Zahlungsmittelreserven“ und ab Seite 275 der „Einzelnachweis über Finanzschulden und Schuldendienst“. Ebenso dargestellt sind der „Nachweis über haushaltinterne Vergütungen“, der „Leasingspiegel“, der „Rückstellungsspiegel“, der „Haftungsnachweis“ und auf Seite 307 das „Haushaltspotenzial“. Zum Abschluss werden noch die Nachweise der „Vermögen mit abgeänderter Nutzungsdauer“, der „Dienstpostenplan“ und der mittelfristige Finanzplan, inkl. dem mittelfristigen Schuldenplan dargestellt.

Bis 8. Mai liegt der Nachtragsvoranschlag zur Einsichtnahme auf und nach der Gemeinderatssitzung und dazugehöriger Ratifizierung wird er natürlich auch auf der Homepage der Marktgemeinde Vösendorf dargestellt. Natürlich findet man auf der Homepage auch Voranschläge, Nachtragsvoranschläge und Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre.

Ertragsanteile 2023

Kurz vor dem letzten Gespräch zur Nachtragsvoranschlagserstellung, kam die Auflistung der Abgabenertragsanteile April 2023. Die Buchhaltung bucht die Beträge ein und schickt es mir zur Freigabe. Dabei werden natürlich auch gleich die Abgaben an das Land abgezogen und der restliche Betrag wird uns überwiesen.

Im Jänner 2023 bekamen wir rund € 342.000,–

Im Februar 2023 hatten wir immerhin noch einen Zahlungseingang von rund
€ 223.000,–

Im März 2023 kamen noch rund € 197.000,– an.

Beim Betrag im April musste ich dreimal hinschauen… € 332,31 Und nein, ich habe keine Nullen vergessen…

Und jetzt schickt mir auch noch unsere Buchhaltung einen Link, der keinen Grund zur Freude bereitet. Der Mai schaut noch schlechter aus. „Schuld“ ist natürlich die Steuerreform – wenn der Bund weniger Steuern einnimmt, kann er auch weniger an die Gebietskörperschaften verteilen. Aber natürlich auch die Teuerung. Die Leuten (müssen) sparen und geben weniger Geld aus, was natürlich auch zu weniger MWSt-Einnahmen führt.

Mitten im Beitrag steht auch ganz nebenbei – Das BMF hat vor wenigen Tagen eine aktualisierte Ertragsanteile-Prognose vorgelegt.

Diese Info ist natürlich noch nicht auf dem offiziellen Weg über das Land NÖ bei uns eingelangt und konnte daher natürlich bei der Nachtragserstellung nicht berücksichtigt werden.

Wer sich den kompletten Artikel durchlesen will – Hier geht es lang

Gemeindeschwerpunkte diese Woche

Nach zwei Wochen Urlaub, geht es diese Woche gleich wieder voll zur Sache für mich in Vösendorf. Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen bedanken, die wirklich nichts von mir gebraucht haben in den letzten zwei Wochen. Ich hatte auf 50 % Ruhe gehofft und 95 % Ruhe bekommen. Danke dafür. Meine Energiereserven sind wieder voll aufgeladen und bereit für neue Herausforderungen in den nächsten Monaten.

Tagsüber bin ich zwar wie immer in meinem Brotjob gut ausgelastet, doch die Abenden gehören diese Woche Vösendorf.

Gestern starteten wir mit dem wundervollen MusicalMontag in unserem Kulturgwölb. Wer es gestern nicht geschafft hat, am 15. Mai sind sie wieder bei uns! Kann ich euch nur empfehlen!

Heute folgt die Präsentation Kirchenplatz in der Schlossaula. Mittwoch und Donnerstag gibt es jeweils eine Ausschusssitzung, Freitag haben wir dann wieder einen Miteinander Stammtisch und am Samstag folgt dann noch der Bandabend unserer Musik- und Kunstschule.

Unabhängig davon laufen die Arbeiten am 1. Nachtragsvoranschlag 2023 auf Hochtouren. Nächste Woche steht bereits die nächste Gemeindevorstandssitzung auf dem Plan und die nächste Gemeinderatssitzung – wo u.a. der 1. Nachtragsvoranschlag 2023 behandelt wird – wird dann am 10. Mai stattfinden.

Kläranlage Vösendorf Informationen

Vorige Woche gab es einen sehr erfolgreichen Tag der offenen Tür bei uns am Wirtschaftshof und Gruppenführungen auf der Kläranlage.

Ich möchte mich als erstes ganz herzlich bei den zwei Leitern Amang Hajo (WH) und Reinhard Gröbner (Kläranlage) bedanken. Ihr habt die täglichen Leistungen eurer Teams wirklich super präsentiert. Danke auch an Markus Kerschbaum und Marcus Eppensteiner für euren Einsatz als zuständige Ausschussobleute.

Für mich sind die beiden Einrichtungen, auch Kostenstellen im Budget, die es finanziell zu bedecken gilt. Wobei gerade die Kläranlage, inklusive dazugehörige Kanalanlage im gesamten Ortsgebiet, im Bereich der laufenden Ausgaben sehr kostenintensiv ist.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut über das Informationsschreiben von unserer Kläranlage, welches bei der Führung verteilt worden ist. Informationen finde ich immer sehr wichtig und ich gehe auch davon aus, dass viele Wartungskosten nicht notwenig wären, wenn die Bevölkerung wüsste, was alles Schäden verursacht und was dies kostet!

Gerade im Bereich der Abwasserentsorgung sind die Gemeinden verpflichtet ausgewogen zu budgetieren. Wenn die laufenden Kosten steigen, müssen auch die Gebühren angepasst werden, was wiederum bedeutet, dass wir alle mehr zahlen müssen.

Deshalb vielen Dank Reini für das Informationsblatt, welches ich euch gerne hier teilen will:

Und hier noch ein paar Impressionen vom Tag der offenen Tür:

Gemeinderatssitzung 29. März 2023

Morgen ist wieder eine Gemeinderatssitzung in Vösendorf.

Mein wichtigster Punkt morgen ist der Rechnungsabschluss 2022.

Natürlich könnt ihr gerne persönlich im Schloss – Sitzungssaal, 1. Stock  – vorbeikommen.

Solltet ihr die Sitzung aber lieber von zu Hause aus verfolgen, geht das natürlich auch wieder mit unserem Live-Stream.

Livestream der Gemeinderatssitzung

Nachtragsarbeiten

Nach dem Rechnungsabschluss ist vor dem Nachtragsvoranschlag!

Am Tag nachdem der Rechnungsabschluss zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt worden ist, haben die Arbeiten am Nachtragsvoranschlag begonnen.

Und der Nachtragsvoranschlag macht die meiste Arbeit im Jahr für die Buchhaltung.

*Der Rechnungsabschluss zeigt auf, was ist.

*Der Voranschlag im Herbst gibt eine grobe Richtung vor.

*Aber der erste Nachtragsvoranschlag des Jahres, der arbeitet schon mit dem Vorjahresergebnis und ist eine echte Budgetplanung.

Und diese ist heuer wirklich schwierig. Die Teuerung treibt unsere Fixkosten in die Höhe. Die stetig steigenden Zinserhöhungen unseren Schuldendienst.

Natürlich wollen wir trotzdem so viele Projekte wie möglich für Vösendorf umsetzen. Leider sind uns vom vorigen Jahr kaum Geldmittel übriggeblieben die wir verwenden können.

Bis zur Maisitzung wollen wir auf jeden Fall mit dem Nachtragsvoranschlag fertig sein, damit wir wissen, was wir heuer alles stemmen können.

Rechnungsabschluss Details

Ich habe versucht die Auffälligkeiten für euch hier darzustellen. Natürlich gibt es noch sehr viel mehr zu entdecken im Rechnungsabschluss. Insgesamt umfasst er immerhin 387 Seiten, inklusive Vorbericht. Wer sich dafür im Detail interessiert, auf der Gemeinde Homepage gibt es die alten Rechnungsabschlüsse einzusehen.

Hier könnt ihr euch die Voranschläge und Rechnungsabschlüsse der letzten 10 Jahre ansehen.

Wer so wie ich auf Statistiken und Auswertungen steht, kann sich hier die Budgets seit 2001 ansehen!

Auf der Gemeindehomepage werden die Voranschläge bzw. Rechnungsabschlüsse immer erst nach der Ratifizierung hochgeladen. Das würde bedeuten, wenn er in der nächsten Sitzung beschlossen wird, wird er nach der übernächsten Sitzung zur Verfügung gestellt.

Und an offener Haushalt müssen wir es ebenfalls nach der Ratifizierung schicken, damit sie die Auswertungen erstellen. Ich behalte das auch immer im Auge, da mir persönlich Transparenz ein sehr großes Anliegen ist. Auch wenn ich weiß, dass die meisten Menschen nicht so gerne in 387 Seiten Budgetzahlen eintauchen, wie ich das tue.

Auf offener Haushalt können sich natürlich auch Einwohner von anderen Orten, ihr Gemeindebudget ansehen – so ihre Gemeinde/Stadt ihre Budgetdaten öffentlich zur Verfügung stellt.

Sachaufwand 2021/2022

Veränderung der Kontengruppen im Bereich Sachaufwand von 2021 auf 2022

Auszahlungen für:

  • Gebrauchs- und Verbrauchsgüter, Handelswaren     + € 180.000,–
  • Verwaltungs- und Betriebsaufwand   + € 210.000,–
  • Leasing- und Mietaufwand  + € 100.000,–
  • Instandhaltung    + € 1 Mio
  • Sonstiges Sachaufwand  + € 310.000,–

Natürlich hat mich die Kontengruppe Instandhaltung im Bereich Sachaufwand nach dieser Auflistung im Detail interessiert:

Hier fallen natürlich alle Instandhaltungen an Fahrzeugen darunter. Hier trifft es uns doppelt, zum einen die höheren Preise aufgrund der Inflation, aber auch der höhere Anfall an Reparaturen aufgrund des veralteten Fuhrparks.

Aber auch Instandhaltungen für Maschinen und Einrichtungsgegenstände in allen Gemeindeeinrichtungen. Wie auch im gesamten Ortsgebiet. Stichwort Vandalismus. Auch alle Beschädigungen die behoben werden müssen, sind hier verbucht.  Aber auch Ausbesserungsarbeiten im Bereich Brücken, Straßen, Kanal- und Kläranlage fallen hier an. Wie auch Instandhaltungen an Verkehrszeichen, Buswartehäuschen, den Güterwegen, Kinderspielplätzen, Hundezonen, Park- und Gartenanlagen.

€ 80.000,– haben wir 2022 für Instandhaltungen im Bereich öffentlicher Beleuchtung ausgegeben. Ich hoffe dass sich dieser Betrag nach der Erneuerung der alten Komponenten und Umstellung auf LED, spätestens nächstes Jahr wieder reduzieren wird.

Ebenfalls enorme Mehrausgaben hatten wir im Bereich Instandhaltung Wohngebäude. Hier wurden 2022 € 300.000,– mehr ausgegeben als noch 2021.

Jahresvergleich 2021/2022

Wenn man Jahresabschlüsse gegenüber stellt, kann man gut vergleichen, wie sich die finanzielle Lage entwickelt hat. Dies ist auch eine gute Grundlage um zukünftige Herausforderungen frühzeitig erkennen zu können.

2021 war noch ein Corona Jahr, inklusive LockDown in Ostösterreich bis Ostern. 2022 hatten wir dann keine LockDowns mehr, doch es traf uns bereits die Teuerung und Inflation.

Und wenn man die zwei Jahre direkt neben einander legt, sieht man gut, dass sich die finanzielle Lage nicht verbessert hat.

Die Einzahlungen haben sich in der operativen Gebarung zwar um € 500.000,– erhöht, doch die Auszahlungen sind im direkten Jahresvergleich um € 1,4 Mio gestiegen. Und hier vor allem beim Sachaufwand. Der positive Nettofinanzierungssaldo 2022 war nur möglich aufgrund der geringeren Auszahlungen im Bereich der Investitionen – 2021 war es 4 Mio Euro, 2022 „nur“ 2 Mio Euro. Der Grund dafür liegt vor allem an langen Lieferzeiten bei den Fahrzeugen.

Sehr positiv sehe ich dass der Schuldenstand in der Gemeinde um € 640.000,– reduziert werden konnten. Wenn man die Schuldenreduktion der Kommunal GmbH im Jahr 2022 dazu rechnet, konnten wir den Schuldenstand sogar um € 1,3 Mio reduzieren. Was aufgrund der stetig steigenden Kreditzinsen auch dringend notwendig war.

Was 2022 noch kein Thema war, waren die Gehälter. Die haben sich im Vergleich – trotz Gehaltserhöhung Anfang 2022 – nicht verändert, was 2023 wieder ganz anders aussieht. Die Inflation hat auch die Gehaltserhöhungen 2023 in die Höhe getrieben, was sich wiederum auf unsere Fixkosten 2023 auswirkt.

Soviel mal zu einem groben Überblick. Die Ausgaben im Bereich Sachaufwand habe ich mir natürlich auch noch im Detail angeschaut.

Quelle: Rechnungsabschluss Marktgemeinde Vösendorf 2021 und 2022, Finanzierungshaushalt.